Stationen der Kolpingsfamilie und der Katholischen Jugend Abenberg in der Nachkriegszeit

Vorbemerkung:

Schon 1934 werden die konfessionellen und freien Jugendverbände in Deutschland unter politischen Druck gesetzt und verboten.
Eine Ankündigung der Repressalien hatte es schon im Juni 1933 beim Deutschen Gesellentag in München gegeben, wo Schlägertrupps der SA das vorzeitige Ende des Treffens erzwangen. Von den Abenberger Teilnehmern berichteten Hermann Egert und Georg Kornbacher über die Vorfälle.

Nach Kriegsende erlaubt die Militärregierung 1946 wieder die Neugründung von Vereinen und Jugendgruppen.

22.05.1946

Wiedergründung der Kolpingsfamilie Abenberg (früher Katholischer Gesellenverein) und der katholischen Jugend.
Vorstand (Senior) der Kolpingsfamilie wird Robert Biburger, Präses wird Kaplan Josef Hummel und Schriftführer Richard Biegler.
Das wöchentliche Treffen findet im Nebenzimmer des Gasthauses Post statt.
Die Mädchenjugend trifft sich im Kaplanhaus.

31.07.1946 Gründung der Jungengruppe (St. Michaelsgruppe).
Gruppenführer wird Josef Höfling.
06.10.1946 Drei neue Jugendbanner werden geweiht.
Zur Weihefeier tritt der neu gegründete Jugendchor unter der Leitung von Gustav Loos das erste mal auf.
Erste Aufführung Theateraufführung nach dem 2. Weltkrieg in Abenberg mit dem Stück „Der Dorflump“.
28./29.09.1946 Erstes Treffen der Mannsjugend (ab 17 Jahre) in Eichstätt mit abenberger Beteiligung
27./31.12.1946

Erstes Treffen der Frauenjugend (ab 17 Jahre) in Eichstätt. Aus Abenberg nahmen zwei Jugendführerinnen teil.

Weihnachten 1946

Die katholische Jugend veranstaltet eine Weihnachtsfeier im Pfistersaal. Besonders eingeladen waren die Flüchtlings- und Waisenkinder, die ein kleines Geschenk überreicht bekamen.
Die Michaelsgruppe spielte dabei das Stück „Auf den Fluren von Bethlehem“.

Die Kolping- und Jugendspielschar führt um Weihnachten das Stück „Die Bettlerin am Weihnachtsabend“ mit großem Erfolg auf.

21.02.1947 Die US-Militärregierung erteilt die offizielle Erlaubnis zur Jugendarbeit in Abenberg.
09.03.1947 Die „Stilla-Mädchengruppe“ wird gegründet. Die Diözesanjugendführerin Rosa Götz aus Eichstätt ist als Rednerin anwesend.
05.05.1947 Von der Mädchen- und Frauenjugend wird eine große Wallfahrt zur Stillakirche in Abenberg organisiert.
19.05.1947 Theateraufführung  „Der arme Heinrich“ im Klosterhof.
Hauptdarsteller: Georg Heiling
07.06.1947 Erster Tanzabend der Jugend im Pfistersaal.
02.-06.07.1947

Zeltlager der Michaelsgruppe in Plankstetten mit 9 Teilnehmer aus Abenberg:
Josef Höfling, Franz Höfling, Konrad Fromberger, Johann Kraft, Hans Kraft, Toni Hufmann, Erwin Hallmeyer, Hubert Kuhn und Richard Rock.

Mai 1947 Wanderung nach Walting, Der Jugendchor begleitet den Gottesdienst musikalisch und bittet um Holzspenden für den geplanten Jugendheimbau in Abenberg.
20.08.1947 Gründung der Jungschargruppe (10-14 Jahre) bei Zeltlager am Galgenberg.
Juli 1947 Stilla-Festspiel am Stillafest und anlässlich der Flüchtlingswallfahrt nach Abenberg.
15.-17.08.1947

16 junge Männer aus Abenberg nehmen am Deutschland-Treffen der Jungen Mannschaft in Passau teil.

Oktober 1947 Mitgliederstand der Jugendgruppen und Kolping: 193
Dezember 1947

Gründung einer weiteren Mädchengruppe mit dem Namen „Maria“.
Vorträge über die Geschichte Abenbergs durch Stadtpfarrer Sperber.
Weihnachtstheater: „Die Geburt“

07.12.1947 Wiedergründung der Gruppe „Altkolping“. Leiter der Gruppe wird Hans Kuhn.
17.01.1948

Die Jugendgruppen erhalten von der US-Army Spielgeräte. Im Gruppenraumdes Kaplanhauses werden Spielenachmittage und –abende veranstaltet. Die vorhandenen Räumlichkeiten reichen für die Jugendarbeit nicht mehr aus, Ein Anbau am Kindergarten wird geplant.

März 1948

Am Steinweg haben Hans Höfling und Anton Schütz einen Steinbruch erschlossen. Freiwillige Helfer brechen die Steine für das geplante Jugendheim.

30.05.1948 Großer Maitanz der Katholischen Jugend im Schieleinsaal.
09.05.1948 Diözesanwallfahrt der Frauenjugend nach Abenberg.
28.08.1948 Bauarbeiten am Jugendheim beginnen (13.10.1948 Hebefeier).